Der mobile Pferdeflüsterer im Spezialtest Projekt C. 2. Woche

Im Laufe der zweiten Woche unserer Arbeit konnte ich beobachten, wie Cs Vertrauen tagtäglich wuchs, so dass wir uns an neue Herausforderungen trauen konnten. Z.B. erweiterten wir die Handarbeit mit und ohne Sattel durch an den Zügel treten, Gehen von Hufschlagfiguren wie z.B. Schlangenlinien und verschiedene Handwechseln, längeren Reprisen Schenkelweichen, Traben und häufigeren ganze Paraden aus dem Schritt sowie Rückwärts richten. Wir trainierte auch ihre beidseitige Verarbeitungskapazität, indem ich sowohl rechts als auch links neben ihr gehend führte. So lernte sie, die Informationen, die ihr Gehirn von ihrem rechten Auge erhält besser zu integrieren und ihre Aufmerksamkeit auch auf dieser Seite auf mich lenken zu können.

Wir nahmen das Überwinden von einzelnen am Boden liegenden Stangen hinzu, sowohl in der Handarbeit als auch beim Longieren im Schritt und im Trab. Beim Longieren benötigte sie beim ersten Versuch noch einmal Unterstützung, denn sie traute sich nicht gleich allein über die Stange zu gehen. Ich führte sie noch einmal und dann konnte sie es auch ohne weitere Unterstützung.

Beim Freispringen sprang C. in dieser Woche über vier Kreuze und es gelang ihr viel besser als in der ersten Woche. Auch wenn es ab und zu klappterte, musste nichts neu aufgebaut werden. Nach dem Freispringen kam sie sofort zu mir als ich sie rief und sie war sichtlich froh, dass sie nun fertig war.

Im Laufe dieser Woche lernte C. auch sich sowohl mit der einfachen Longe als auch mit der Doppellonge longieren zu lassen, während gleichzeitig ein anderes Pferd in der Halle gearbeitet wurde. An der Doppellonge lernte sie sich zu stellen und zu biegen. Auf der rechten Hand fiel ihr das sehr schwer. Sie lernte auch, zum Halten durchzuparieren, dann einfach stehen zu bleiben und erst wieder anzutreten, wenn ich es von ihr verlangte. Anfangs versuchte sie sich umzudrehen. Ich ließ sie dann mehrfach auf dem Hufschlag halten. So wurde ihr schnell klar, dass sie sich nicht drehen sollte. Schließlich klappte das super.

Sie lernte sogar schon an der Doppellonge die Hand zu wechseln, ohne anzuhalten. Allerdings war sie noch sehr unsicher dabei und wunderte sich darüber, dass es nun andersherum ging und sie sich in die andere Richtung stellen und biegen sollte.

Auf der rechten Hand war sie immer noch recht steif und stellte sich gern nach außen. Dennoch fiel ihr der Galopp auf der rechten Hand leichter als auf der linken.

Beim Longieren wurde sie immer sicherer, sie verstand, dass sie ihren Kopf ausgebunden weder hoch tragen noch hochreißen kann und es gelangen ihr sogar ein paar ordentliche Galoppsprünge. Auf der linken Hand sprang sie beim ersten Versuchen meistens im Außen- oder Kreuzgalopp an. Das Ein- und Ausschnallen von Hilfszügeln sowie das Anlegen der Doppellonge strapaziert ihre Geduld schon arg, aber insgesamt ging das alles schon ganz gut.

Wenn ich sie laufen ließ und es erschien ihr in der Umgebung irgendetwas gefährlich oder auch am Ende des Freispringens, kam sie sofort, wenn ich sie rief und sie kam auch ganz zu mir heran. Wenn nichts los war, hielt sie Abstand und ließ mich das letzte Stück zu ihr gehen.

Beim Freilaufen liebte sie es, von sich aus die Hand zu wechseln, übrigens von rechts nach links mit einem perfekten fliegenden Galoppwechsel. Generell bevorzugt sie es, selbst zu entscheiden, aber ich versuchte ihr zu verdeutlichen, dass sie unterscheiden lernen muss, wann sie das darf und wann nicht.

C. lernte in dieser Woche ebenfalls, dass sie sich im Falle von äußeren Störfaktoren auf mich zu konzentrieren hat. Da in dieser Woche ein Springlehrgang stattfand, lernte C. weitere bunte, ablenkende Gegenstände in der Halle kennen. Es standen jede Menge sehr bunte, verzierte Ständer und bunte Hindernisse an der Seite. C. ging mit mir problemlos daran vorbei nachdem sie sie erst mächtig angeschnaubt hatte und ich ihr die Zeit gegeben hatte, sich damit zu arrangieren.

Beim Longieren erlebte sie, dass sie sich auch longieren lassen muss, wenn andere Pferde in der Halle gearbeitet werden. Als jedoch an einem Tag das einzige andere Pferd außer ihr, die Halle verließ, wollte sie ebenfalls Feierabend haben und ich musste sehr überzeugend sein, damit sie weiterarbeitete. Als sie sich darauf einließ, bekam sie nach zwei Runden auf dem Zirkel auch ihren wohlverdienten Feierabend.

Sie bekam auch Gelegenheit, zu lernen, sich trotz Aufregungsfaktoren in der Umgebung draußen vernünftig führen zu lassen. Wir gingen mehrfach an der belegten Führmaschine vorbei, schauten während des Führens im Schritt zu, wie ein Strohrad mit einem landwirtschaftlichen Gerät aus der Scheune über den Außenplatz in die Stallgasse transportiert wurde und wie der Mist mit dem Gerät weiter auf den Misthaufen geschoben wurde. Ich erklärte ihr die ganze Zeit verbal, wozu das alles gut ist, um so einen Großteil ihrer Aufmerksamkeit bei mir zu behalten. Es gelang mit der Zeit, dass sie sich trotzt der Ablenkungen mehr auf mich konzentrierte.

In dieser Woche wurde sie rossig und sie arbeitet dennoch so weiter wie zuvor.

C. lernte es kennen, sich mit einem Rotlichtmassagegerät massieren zu lassen, was sie nach anfänglicher Skepsis sichtlich genoss.

Sie sieht noch immer nicht ein, wozu das Hufgeben gut sein soll, aber an einem Tag gab sie mir sowohl den rechten als auch den linken Vorderhuf. An einem anderenTag verweigerte sie das Hufgeben soweit, dass sie den Huf nur kurz in die gewünschte Höhe hob um ihn dann sofort wieder abzusetzen.

Unsere gesamte Arbeit außerhalb der Box wurde generell mit Musik (einer mp3 des mobilen Pferdeflüsterers gegen Angst, zur Unterstützung der Konzentration oder auch der Losgelassenheit) unterstütz, wir sammelten jedoch auch eine Erfahrung ohne mp3. Denn einmal nahm ich sie einfach nur mit dem Halfter aus der Box, um sie vor der Box zu satteln und zu trensen. Es war ihr sichtlich unangenehm, ohne ihre Musik auf der Stallgasse stehen zu müssen. Mit ein bisschen Hampeln (sie drehte sich mehrmals von einer Seite auf die andere und tänzelte) konnte ich sie aber dennoch satteln und trensen.

C n 14 Tagen

Insgesamt hat C. in dieser Woche enorme Fortschritte gemacht und ich finde, sie sieht auch schon ein bisschen besser aus, wie man auf dem Foto erkennen kann. Hier zum Vergleich das erste Foto und das nach der zweiten Woche nebeneinander:

links C. als sie kam und rechts nach zwei Wochen

links C. als sie kam und rechts nach zwei Wochen

Weitere Informationen über die Zusammenarbeit mit diesem Pferd findest Du unter:

Der mobile Pferdeflüsterer im Spezialtest Projekt C erste Woche

Der mobile Pferdeflüsterer im Spezialtest Projekt C. dritte Woche

Der mobile Pferdeflüsterer im Spezialtest Projekt C. vierte Woche

Zusammenfassung Spezialtest Projekt C.

erste Woche in Düren (Ankunft am 4. März)

Calida macht Fortschritte

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Cornelia Lausmann

Hallo, ich bin Conny, gemeinsam mit meinem Pferd Aron habe ich ein spezielles Instrument für Pferde entwickelt. Ich bin begeisterte Pferdeflüsterin, Diplom-Psychologin, Trainerin, Psychotherapeutin (HPG) und Coach. Ich helfe Menschen und Tieren (speziell Pferden) mit besonderen Methoden und Strategien Ihr Leben und ihre Arbeit gesünder und stressarmer zu gestalten sowie ihre Ziele schneller zu erreichen.

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