Der mobile Pferdeflüsterer im Spezialtest Projekt C. dritte Woche

Unsere 3. Woche war sehr aufregend. Am ersten Tag begrüßte C. mich, ohne mir das Hinterteil zuzudrehen. Wir begannen diese Woche mit Doppellonge. Alles hat recht ordentlich geklappt, es gab ein paar kleinere Missverständnisse, die wir aber klären konnten. C. hat mir am ersten Tag dieser Woche keinen Vorderhuf gegeben.

Am zweiten Tag longierte ich sie mit der vorwärts-abwärts Hilfe, wir arbeiteten an der Hand und übten wieder Huf gebe mit Schaukeln. Es funktionierte. Der dritte Tag war für C. ausgesprochen aufregend. Ich kam erst am Mittag und wir gingen bei strahlendem Sonnenschein in die Halle, die C. bisher nur bei Dunkelheit und mit künstlicher Beleuchtung kannte. Sie staunte über die Sonnenflecken und darüber, dass ein anderes Pferd, das geritten wurde um uns herum galoppierte. Sie war aber brav. Wir sind insgesamt über 2 Stunden in der Halle und auf dem Gelände herum spaziert, mit einer Tiefenntspannungs-mp3. C. war ganz brav und entspannt und es gelang dem Schmied sogar, sie dazu zu bewegen, ihr einen Huf zu geben. C. wollte ihn ihm aber nicht lange lassen. So bekam sie dann eine Sedierung von der Tierärztin und der Schmiedetermin verlief problemlos, da der Schmied über drei Aufhalter verfügte, die C. die Füße abwechseln hochhalten konnten, denn sie selbst war ja wegen der Sedierung nun nicht mehr in der Lage irgendetwas zu wollen oder ihre Füße selbst hochzuhalten, aber das hätte sie ja sowieso nicht gemocht.

Der Schmied hielt sich an die Absprache und kürzte die viel zu langen Hufe nicht auf die normal übliche Länge, um C. nicht zu sehr zu belasten. Nachdem C. wieder etwas wacher war, wollte sie sofort in ihre Box und setzte einen Huf vor den anderen. Sie bemühte ihren eisernen Willen. Sie wollte auf keinen Fall noch länger auf dem Platz verharren, an dem sie die Hufe gemacht bekam.

Am Donnerstag longierte ich wieder mit der Doppellonge und C. hatte keinerlei Probleme mit dem Laufen, also hat der Schmied gute Arbeit geleistet. Auch war C. für ihre Verhältnisse eher freundlich. Sie hat mir ihre beiden Vorderhufe gegeben – nachtürlich nacheinander. Am Freitag hatte sie aus organisatorischen Gründen einen Ruhetag.

Am Samstag hat sie mich interessiert beäugt als ich kam. Sie hatte kein Problem damit, dass ich am Vortag nicht bei ihr war. Ich longierte ich sie mit der vorwärts-abwärts Hilfe, es wurde ein anderes Pferd gleichzeitig longiert und sie war total brav. Darüber hinaus ist sie auf beiden Händen korrekt angaloppiert, auch wenn sie immer nur ein paar Galoppsprünge schaffte, ist das doch schon beachtlich.

Am Sonntag sollte nun der erste Reitversuch gestartet werden. Zunächst führte ich C., dann filmte Stephanie unsere Arbeit mit der vorwärts-abwärts Hilfe, so dass ihr Euch nun selbst ein Bild davon machen könnte, wieweit C. in den drei Wochen gekommen ist.

 

Das Reiten sollte dann bedauerlicher Weise zum Desaster werden.

C. ließ Stephanie problemlos von der Aufstiegshilfe aus aufsteigen. Sie machte vier normale Schritte und dann wurde sie zum Rodeo-Pferd. Stephanie übte Schnellabsteigen und C. bewegte sich ca. 50 Meter weit wie ein Rodeo-Pferd in riesigen Bocksprüngen vorwärts. Nachdem sie sich selbst mit den Zügeln gefesselt hatte, konnte ich sie abholen und wir brachten sie rasch in die Box und beschlossen keinen weitere Reitversuch zu starten, da das Reitergewicht ihr wohl zu große Schmerzen bereitet.

Dieses Pferd ist in seinem momentanen Zustand nicht reitbar. Das liegt verrmutlich nicht an seinem Charakter. Nachdem ich erfahren hatte, dass C. einen Beckenbruch gehabt hatte, fragte ich nach, ob sie durch das Reitergewicht belastet werden dürfe. Der Tierarzt meinte, der Unfall läge ja schon 10 Jahre zurück, sie habe zwar eine Kallusbildung im ISG, aber das müsse ja nichts heißen.

Mir waren beim Longieren tiefe, sehr lange Furchen im Musculus latissimus dorsi auf ihrer linken Seite aufgefallen und ich fragte mich, was das wohl sein könnte. Nach C.s Reaktion mit dem Reitergewicht (Stephanie wiegt mit dem Sattel maximal 54 Kg) ist mir klar, dass so viele Veränderungen in C.s Körper nach dem Unfall und den vielen Fohlen, die sie gebar, stattfanden,  dass sie zumindest momentan nicht in der Lage ist, einen Reiter schmerzfrei zu tragen.

So, jetzt muss überlegt werden, was C. noch zugemutet werden kann. Eine Karriere als spätes Reitpferd wird ihr wohl verwehrt bleiben, wenn nicht besondere Maßnahmen für ihre Rückenmuskulatur ergriffen werden.

 

Weitere Informationen über die Zusammenarbeit mit diesem Pferd findest Du unter:

Der mobile Pferdeflüsterer im Spezialtest Projekt C erste Woche

Der mobile Pferdeflüsterer im Spezialtest Projekt C. 2. Woche

Der mobile Pferdeflüsterer im Spezialtest Projekt C. vierte Woche

Zusammenfassung Spezialtest Projekt C.

erste Woche in Düren (Ankunft am 4. März)

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Cornelia Lausmann

Hallo, ich bin Conny, gemeinsam mit meinem Pferd Aron habe ich ein spezielles Instrument für Pferde entwickelt. Ich bin begeisterte Pferdeflüsterin, Diplom-Psychologin, Trainerin, Psychotherapeutin (HPG) und Coach. Ich helfe Menschen und Tieren (speziell Pferden) mit besonderen Methoden und Strategien Ihr Leben und ihre Arbeit gesünder und stressarmer zu gestalten sowie ihre Ziele schneller zu erreichen.

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